«Vier Predigten» ist nichts für schwache Nerven.
Wer sich leicht empört, sollte dieses Buch besser mit Vorsicht lesen. Denn ganz im Sinne unserer Gegenwart spricht es aus, was sonst diplomatisch verpackt wird. In vier bewusst zugespitzten Predigten treibt Claudia K. Mazzocco Themen wie weibliche Fortpflanzung, Selbstverwirklichung, Nachhaltigkeit, Klimakrise und Geschlechtsidentität auf die Spitze – und nimmt dabei keine Rücksicht auf Bequemlichkeit.
Dieses Buch macht Annahmen, es stellt Unterstellungen in den Raum, es formuliert Meinungen … und genau darin liegt seine Kraft.
«Vier Predigten» eignet sich hervorragend dazu, Gespräche zu entfachen: am Familientisch, am Stammtisch oder im inneren Monolog. Es fordert Widerspruch heraus und verweigert harmonische Eindeutigkeit. Provokation ist hier kein Selbstzweck, sondern Methode. Die Texte sind rhetorisch präzise, argumentativ scharf und gleichzeitig durchzogen von einer existenziellen Ernsthaftigkeit, die über reine Polemik hinausgeht.
Zur Autorin
Claudia K. Mazzocco, geboren 1984 in Aarau, lebt nach verschiedenen Stationen im In- und Ausland wieder in ihrer Heimatstadt. Sie verfügt über einen MBA in Sustainable Business und ist diplomierte Erlebnispädagogin sowie Outdoortrainerin. Bereits in ihrer Jugend wurde sie für ihr literarisches Schaffen mehrfach ausgezeichnet, unter anderem bei:
- Textstatt Aargau (2002)
- Dornacher Jugendliteraturtag (2001)
- Aarauer Jugendpreis (2001)
- Aargauer Jugendliteraturwettbewerb (1999)
Im Kontext von Middle of Switzerland
Mit «Vier Predigten» veröffentlicht Middle of Switzerland eine Arbeit an der Schnittstelle von Essay, Manifest und performativer Rede. Wie andere Publikationen des Verlags bewegt sich auch dieses Werk zwischen Literatur, gesellschaftlicher Reflexion und künstlerischer Zuspitzung. Das Buch ist kein theologisches Werk im traditionellen Sinne, es ist eine zeitgenössische Form der Predigt: säkular, streitbar, unbequem.